Vielfalt unterm Regenbogen: Gütersloh ver/liebt sich

Ein buntes Programm vom 13. bis 24. Mai

Gütersloh (gpr). Ein klares und sichtbares Zeichen für die emotionale, sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung setzen am Dienstag, 17. Mai, von 13 bis 16 Uhr Infostände vor der Stadtbibliothek Gütersloh. Die Initiative „Gütersloh ver/liebt sich“, mit ihrem Gründer Stefan Mathias Pape, erinnert seit 2013 an den internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit, der jährlich am 17. Mai, stattfindet. Die Aktionstage für Vielfalt, unter Federführung vom Fachbereich Chancengleichheit, Vielfalt, Gleichstellung und Integration der Stadt Gütersloh, haben sich im Jahr 2016 diesem Gedanken angeschlossen. Seitdem beteiligen sich immer mehr Gruppen, Initiativen und Anlaufstellen, um Geschlechtervielfalt in der Stadt Gütersloh sichtbar zu machen. Sie werben für Akzeptanz und bieten Unterstützungs- oder Beratungsangebote an. Ein Programm rund um den 17. Mai geht in vielfältiger Weise darauf ein.

 

„Das Eintreten gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit hier in Gütersloh und darüber hinaus bedeutet auch ein entschiedenes Eintreten für den Schutz und die Sicherheit der Menschen, die fliehen müssen, weil sie in ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität nicht anerkannt werden. Die zahlreichen Fluchten aus der Ukraine vor dem queerfeindlichen Regime Putins unterstreichen diese Haltung“, lenkt Stefan Mathias Pape das Augenmerk in diesem Jahr auch auf die aktuelle politische Situation. „Bei den Aktionstagen für Vielfalt stellen wir uns soldarisch an die Seite derer, die Diskriminierungen oder Gewalt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erleben. Gemeinsam setzen wir auch in diesem Jahr ein klares und sichtbares Zeichen für die emotionale, sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung. So wird die Rathausfassade mit einem Regenbogen illuminiert und vor dem Rathaus wehen die Regenbogenfahnen“, ergänzt Inge Trame, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh, die federführend die Angebote zu den Aktionstagen koordiniert.

 

Ein Zeichen setzen

Alle Gütersloher und Gütersloherinnen, Institutionen und Vereine können sich beteiligen und ein Zeichen setzen, zum Beispiel mit einer Fahne im Fenster oder am Balkon, aber auch einem Statement online am 17. Mai. Fotos und Videos können via Instagram, Facebook oder Twitter unter #gtverliebtisch gepostet werden oder an  sexpaed@awo-guetersloh.de gemailt. Die zugemailten Beiträge werden dann auf den Social-Media-Konten von „Gütersloh ver/liebt sich“ (@gtverliebtsich) gepostet.

 

 

Aktionstage für Vielfalt 2022 – Das Programm in der Übersicht:

Am Freitag, 13.Mai, von 16 bis 18 Uhr gestalten die AWO Sexualpädagogik & Aidsprävention und das Bürgerzentrum LUKAS gemeinsam mit der Mädchengruppe des BZ LUKAS einen Nachmittag

zum Thema Liebe: Wie fühlt sich verliebt sein an? Was ist mit Liebeskummer? Und darf ich mich als Mädchen* auch in ein anderes Mädchen* verlieben?

 

Die Comic-Ausstellung „Ach, so ist das?!, die vom 17.Mai bis 28. Mai, in der Stadtbibliothek zu sehen ist, behandelt mit kurzen Geschichten verschiedene Themen und Alltagssituationen von queeren Menschen. Die Geschichten regen zum Nachdenken an, was es für Hürden und Absurditäten im Alltag und im Zusammenleben mit anderen gibt, wenn Menschen eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität haben, die nicht der Mehrheit entspricht.

In einer Lesung für Schulklassen ist am 19. Mai, die Jugendbuchautorin Kathrin Schrocke vormittags in der Stadtbibliothek Gütersloh zu Gast mit ihrem Roman „Bunte Fische überall“. Es geht um das Gefühlsleben von Teenagern, kunterbunte Familienkonstellationen und die Erkenntnis, dass es im Leben erst spannend wird, wenn man nicht mit der Masse schwimmt. In der Stadtbibliothek fordert ein 500-Teile-Puzzle mit Kieselsteinen in Regenbogenfarben alle Puzzle-Begeisterten heraus.

Am Samstag, den 21. Mai, lädt die BEFAH-Elterngruppe OWL von 13 bis 15 Uhr zum Gesprächstreffen in die Stadtbibliothek Gütersloh (Multifunktionsraum, 2. OG) ein. Das Angebot richtet sich an Eltern, Freunde und Angehörige von homosexuell liebenden oder/und inter*/trans*lebenden Kindern. In geschützter Atmosphäre können Erfahrungen und Informationen ausgetauscht werden.

 

Am Dienstag, 24. Mai, findet von 19:30 bis 21 Uhr im VHS-Haus, Hohenzollernstraße 43, der Vortrag "Ver/lieben in Gütersloh, geht das? Und wenn ja, wie?" statt. Der Vortrag stellt die Initiative „Gütersloh ver/liebt sich“ vor, die sich seit 2013 jährlich im Mai dafür einsetzt, gesellschaftliche Realitäten von queer-liebenden und lebenden Menschen sichtbar zu machen. Doch wie und warum? Und was bedeutet eigentlich queer? Im Rahmen des Vortrags sollen die genannten Fragen beantwortet und Raum für weitere Nachfragen gegeben werden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bei der VHS ist erforderlich.

 

Auf dem LWL-Klinikgelände wird in den nächsten Wochen eine Rauminstallation aus Stühlen als Symbol für Toleranz und gegen Ausgrenzung stehen. Die sechs Stühle in den Regenbogenfarben stehen für die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten und Lebensformen.

Mitglieder der Vorbereitungsgruppe der Aktionstage für Vielfalt und die Initiative „Gütersloh ver/liebt sich“:

  • Arbeitskreis Jungenarbeit Kreis Gütersloh,

  • Arbeitskreis Mädchenpädagogik Stadt Gütersloh,

  • ash Gütersloh gGmbH,

  • AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e. V. Fachdienste für Migration und Integration und der Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit,

  • AWO Sexualpädagogik und Aidsprävention,

  • BEFAH – Elterngruppe OWL – Eltern homosexueller Töchter und Söhne,

  • Beratungsstelle Wendepunkt

  • Fachbereich Chancengleichheit, Vielfalt, Gleichstellung und Integration der Stadt Gütersloh

  • Fachbereich Jugend und Familie, Abteilung Kinder- und Jugendförderung, Stadt Gütersloh

  • Frauenberatungsstelle Frauen für Frauen e.V.,

  • Frei:Raum 17/Queer-Treff,

  • Initiative Gütersloh ver/liebt sich

  • KK Kriminalprävention/Opferschutz Kreispolizeibehörde Gütersloh.

  • pro familia Gütersloh,

  • Stadtbibliothek Gütersloh GmbH,

  • Trotz Allem e.V.,

  • LWL-Klinikum Gütersloh

 

Hintergrund

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit (IDHOBIT*) soll weltweit Sichtbarkeit und Raum für die Lebenssituation und alltäglichen Erlebnisse von Menschen, die homo-, bisexuelle, inter*- und/oder trans* sind. Der Aktionstag erinnert an das Datum, an dem die Weltgesundheitsorganisation 1990 beschloss, Homosexualität nicht mehr als psychische Erkrankung zu werten. Tatsächlich nehmen bis heute Stigmatisierung und gewaltsame Übergriffe in Deutschland stetig zu. So stiegen nach Angaben des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) die registrierten queerfeindlichen Delikte von 2019 auf 2020 um 36 Prozent an. Weltweit werden Menschen ausgegrenzt, verfolgt und gefoltert, weil sie gleichgeschlechtlich lieben oder sich geschlechtlich außerhalb der Geschlechtsnormen von weiblich/männlich definieren.

 

Bild:

Die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe der Aktionstage für Vielfalt laden dazu ein, gemeinsam ein Zeichen für Queerfreundlichkeit und gegen Diskriminierung zu setzen und haben verschiedene Angebote vorbereitet. 

BU: (von li nach re) Silke Niermann (Stadtbibliothek Gütersloh GmbH), Inge Trame (Stadt Gütersloh),  Stefan Mathias Pape( Initiative Gütersloh ver/liebt sich), Nadine Thiel (Trotz Allem e.V.), Carla  Terhechte (AWO Sexualpädagogik und Aidsprävention), Heidrun Pape (BEFAH – Elterngruppe OWL – Eltern homosexueller Töchter und Söhne), Jörg Teckemeier

Vorne: Violetta Erlenkötter und  Sonja Omvlee  Stadtbibliothek Gütersloh GmbH

 

 

Herausgeber: Stadt Gütersloh, Fachbereich Zentrale Öffentlichkeitsarbeit, Berliner Straße 70, 33330 Gütersloh, Leitung: Susanne Zimmermann, susanne.zimmermann@guetersloh.de, Telefon 05241/822262.